Andreas Jorns | Bernadette Kaspar

Getreu seinem Motto „black and white only“ wählt Andreas Jorns für das Buchcover einen schwarzen Leineneinband mit silberner Schrift. Auf das Wesentliche reduziert, wie die Fotografien im Buch.

Nach Playboy, Bachelor und diversen freien Arbeiten wollte sie eigentlich nicht mehr vor die Kamera treten, wie Gott sie schuf. Doch dann kam Andreas Jorns um die Ecke mit einer spannenden Idee: Ein Buch nur über Bernadette.

Originalfoto von Andreas Jorns. Hier abfotografiert mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. Copyright: ajorns.com

Fragt mich nicht, wie Andreas das bei seiner Frau durchbekommen hat, aber sie haben es getan. Gemeinsam haben Bernadette und Andreas die zweite Monographie aus dem Hause Jorns geschaffen.

Bernadette wurde vom lieben Gott wahrlich nicht bestraft, doch sie paart ihre Natürlichkeit mit Witz, Charme und Ironie. Mit ihr zu arbeiten, macht einfach Spaß. Sie ist gut drauf, beherrscht hunderte Posen und schaut selbst in einem weißen Herrenhemd noch unwerfend aus.

Bernadette steht für Natürlichkeit. Sie ist nie übertrieben geschminkt, hat gepflegte (aber echte) Fingernägel und lange wallende Haare. Sie spielt mit ihrem Körper und weiß die Formen im richtigen Moment zu betonen.

Originalfoto von Andreas Jorns. Hier abfotografiert mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. Copyright: ajorns.com

Andreas ist ein wahrer Kenner des Lichts. Er umspielt ihren Körper mit Licht und Schatten und inszeniert die Dame von Welt. Im Bildband [un]masked trägt Bernadette auffallend oft eine Maske (inspired by Fifty shades of grey?) und obwohl sie auf vielen Bildern nackt ist, kommt das Buch in keinster Weise in Richtung Pornografie. Im Gegenteil: Ihr Körper versinkt oft im Schatten.

Doch Bernadette ist in dieser Monographie nicht immer nackt. Sie ist vor allem Portrait. – Das klingt komisch, aber die meisten Bilder sind als Portrait inszeniert. Da steht sie am Ende des ersten Buchdrittels mit einem zugeknöpften Mantel in einem Hauseingang. Die Wand verdeckt ihren Kopf zur Hälfte; aber der Blick des einen Auges fesselt. Er macht neugierig. Er wirft die Frage auf „wo geht sie hin“?

Originalfoto von Andreas Jorns. Hier abfotografiert mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. Copyright: ajorns.com

Mal guckt sie ernst, mal lächelt sie. Der Mix ihrer Mimik macht den Reiz des Buches aus. Aber er stellt andere Models auch vor eine Herausforderung. Aus jedem Blickwinkel, in jeder dargestellten Lichtart gibt Bernadette eine gute Figur ab. Und auf 282 Seiten sind dies weit mehr als 200 großformatige Fotos – allesamt in schwarz-weiß. Getreu Andreas‘ Credo „black and white only“.

Die Reduziertheit des Bildbandes (nur schwarz und weiß, nur ein Model) schadet dem Bildband nicht. Im Gegenteil: Andreas zeigt eine Vielfalt, die Inspiration nicht nur für Models ist, sondern vor allem für Fotografen. Er ist ein Meister seines Fachs. Er beherrscht die Kamera und setzt Licht und Bildausschnitt geschickt. So wirkt der Bildband abwechslungsreich von Anfang bis Ende.

Originalfoto von Andreas Jorns. Hier abfotografiert mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. Copyright: ajorns.com

Und doch erzählen Bernadette und Andreas kleine Geschichten. Erst steht sie am Fenster mit ihrem schwarzen Top, dann auf dem Balkon und im inneren den Hotelzimmers fallen dann die Spaghettiträger. Teilweise halb versteckt hinter dem großen Vorhang arrangieren die beiden einen Einblick ins Schlafzimmer. Zwischendurch ein Portrait mit verspieltem Kussmund und wenig später steht sie mit einem weißen Sommerkleid auf dem Balkon und schaut in die Ferne, als wolle sie sagen…. „Was ein Tag. Schön war’s“.

Die einzelnen Bildstrecken unterbricht Andreas mit Zitaten aus bekannten Musikstücken. Da kommen Axl Rose, Martin L. Gore oder Michael Stipe mit zentralen Botschaften aus ihren Welthits zur Sprache. Und das passt zu Andreas. In seinem kleinen Studio in Haan (liegt zwischen Düsseldorf und Wuppertal unweit der A46) stehen Lautsprecher, ein Verstärker und ein Plattenspieler. Er zelebriert die Fotografie und reicht seinen Gästen den Soundtrack seines Lebens.

Originalfoto von Andreas Jorns. Hier abfotografiert mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. Copyright: ajorns.com

So auch bei der Premierenfeier anlässlich der Veröffentlichung dieser Monographie. Er läd seine Freunde, Wegbegleiter, Kunden und Workshopteilnehmer zu sich ins Studio und Bernadette mitsamt Mann gleich mit dazu ein. Er schätzt die Exklusivität und schafft Rares. So ist [un]masked nicht generell, aber die ersten 100 Exemplare, durchnummeriert und handsigniert. Diese Limited Edition ist natürlich längst ausverkauft. Doch noch gibt es ein paar Exemplare dieses Meisterwerks zu kaufen. Natürlich exklusiv. Und nur im Onlineshop von Andreas selbst.

Originalfoto von Andreas Jorns. Hier abfotografiert mit freundlicher Genehmigung des Künstlers. Copyright: ajorns.com

Bis die letzten Exemplare verkauft sind, dürfte es nicht mehr lange dauern. Denn die erste Monographie aus dem Hause Jorns ist bereits seit Monaten ausverkauft. Gespür hat er, dieser Andreas, für das Besondere. Und so beinhaltet das Buch weder Angaben zur Technik, noch sonst lange Texte. Eigentlich sind die Zitate von Musikern die längsten und einzigen Texte – wäre da nicht die Danksagung an Bernadette, die Visagistin und die „beste Ehefrau von allen“ am Ende des Buches.

Mein Tipp: Kaufen und gut aufbewahren! Dieses Meisterwerk könnte mal eine gesuchte Rarität werden. Das Zeug dazu hat das Buch. Das unterstreicht auch der robuste und hochwertige Einband.

Hinweis: Die Fotografien wurden bewußt mit niedriger Qualität abfotografiert. Der Reiz das Buch zu kaufen, soll erhalten bleiben. Im Buch selbst, sind die Fotografien von hervorragender Qualität!