Friedhöfe „erleben“

Unverhofft kommt oft…

Bedingt durch eine kurzfristige, krankheitsbedingte Shootingabsage eines Models bin ich früh morgens im Web gesurft und habe nach einer Idee gesucht, wie ich meinen freien Tag in Köln sinnvoll nutzen kann.

So bin ich in der Online-Ausgabe des Kölner Stadtanzeigers auf einen Artikel mit dem Nacht-Talker Jürgen Domian gestoßen, der auf dem Melatenfriedhof in Uni-Nähe Ruhe und Besinnung sucht.

Nach einem Besuch auf dem „Cimetière du Père Lachaise“ in Paris vor rund drei Jahren hat mich der Artikel im Kölner Stadtanzeiger neugierig gemacht. Und so zog ich los bei bestem Friedhofswetter: Grau, leicht neblig, aber trocken.

Anders als Domian war ich das erste Mal vor Ort und lies mich spontan treiben. Keine feste Route, kein bestimmtes Ziel. Einfach Eindrücke sammeln. Anfangs war ich noch zögerlich die Kamera aus der Tasche zu ziehen, doch nach einer Stunde hatte ich mindestens ein Dutzend Fotografen gesehen, die unter anderem Grabsteine und ähnliches festhielten. Das trieb mich an und so blieb ich fast vier Stunden. Bis sich irgendwann endlich die Sonne zeigte.

Doch bevor ich ging wollte ich noch eines finden, ohne eine einzige Person nach dem Standort gefragt zu haben: Den Sensemann (das heimliche Wahrzeichen des Melatenfriedhofs). Und ziemlich exakt nach 3 Stunden stand ich -an einer Stelle wo ich ihn wirklich nicht erwartet hatte- direkt vor ihm.

Lassen Sie sich von meinen Bildern dazu verleiten, häufiger auf Friedhöfen umherzugehen und Eindrücke zu sammeln. Es ist mystisch, magisch, ruhig und bewegend. Spätestens wenn man an einem Grab innehalten muss, in dem ein Kind begraben liegt, das vor 10 Tagen verstorben ist und nur einen einzigen Tag unter uns weilte.

 

Zurück aus Köln fand ich in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) ebenfalls einen Artikel über Friedhöfe. Und darin befand sich eine Empfehlung: Die Handy App Wo-sie-ruhen. Die Website www.wo-sie-ruhen.de ist als systemoffene Website konzipiert, die direkt aus dem Browser des Mobiltelefons geöffnet werden kann. Ausprobiert habe ich sie selbst noch nicht (erst nachher gefunden), liest sich aber spannend.